Themenbereich Menschenrechte und Wirtschaft

Veranstaltung: Social Media und Datenschutz

Aktuelle Entwicklungen zum Recht auf Privatsphäre im digitalen Zeitalter

Donnerstag, 16. März 2017, 14.30–16.45 Uhr (Kaffee ab 14:00 Uhr), Zentrum Karl der Grosse (im Saal), Kirchgasse 14, 8001 Zürich

Die zunehmende grenzüberschreitende Bearbeitung von Personendaten durch private Unternehmen wirft verschiedene menschenrechtliche Fragen auf. Das Recht auf Privatsphäre steht dabei besonders stark unter Druck. So hat sich der österreichische Jurist und Aktivist Maximilian Schrems etwa dagegen gewehrt, dass die irische Tochtergesellschaft von Facebook seine Personendaten in die USA weiterleitet.

Sein Fall gelangte bis an den Europäischen Gerichtshof (EuGH). In seinem wegweisenden Urteil kam der EuGH zum Schluss, dass das internationale Datenschutzabkommen Safe Harbor zwischen der EU und den USA keinen adäquaten Schutz des Rechts auf Privatsphäre garantiere. Vielmehr hätten die irischen Datenschutzbehörden die Übermittlung der Daten in die USA vertieft zu überprüfen. Das Abkommen wurde in der Folge für ungültig erklärt und durch eine neue Datenschutzvereinbarung zwischen der EU-Kommission und der US-Regierung (Privacy Shield) ersetzt. Diese soll die Daten besser vor dem Zugriff von Behörden und Geheimdiensten in den USA schützen.

Die Veranstaltung bietet einen Überblick über internationale Entwicklungen zum Recht auf Privatsphäre im digitalen Zeitalter und deren Bedeutung für die Schweiz, wobei das Referat von Maximilian Schrems im Zentrum steht. Er berichtet von seinen Erfahrungen rund um das Gerichtsverfahren vor dem EuGH. Im Anschluss daran kommentieren Jens Kaessner (Jurist und Projektleiter Telecom- und Internetrecht, Bundesamt für Kommunikation BAKOM) und David Rosenthal (Konsulent und Co-Leiter IT-Rechtsberatung, Homburger) den Fall und dessen Bedeutung. Die abschliessende Diskussionsrunde widmet sich dem neu ausgehandelten Privacy-Shield-Abkommen und dessen Auswirkungen auf die Schweiz.
Die Veranstaltung richtet sich an mit Datenschutzfragen befasste Personen (aus Verwaltung und Politik, Wissenschaft, Wirtschaft oder von NGOs) sowie an weitere Interessierte.

Sprache: Deutsch
Kosten: Die Teilnahme ist kostenlos
Anmeldung: Für die Veranstaltung ist keine Anmeldung erforderlich

21.02.2017