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Teilprojekt Juristische und empirische Bestandesaufnahme der Hindernisse für die Umsetzung und Inanspruchnahme der Menschenrechte von älteren Personen in der Schweiz

Auf internationaler Ebene ist die Frage des Menschenrechtsschutzes älterer Personen in den vergangenen Jahren in verschiedenen internationalen Gremien intensiv behandelt worden. So wurde beispielsweise im Jahr 2010 durch die UNO-Generalversammlung die "Open-ended Working Group on Ageing" geschaffen und im Jahr 2014 hat der Menschenrechtsrat eine unabhängige Expertin zu den Menschenrechten älterer Personen eingesetzt.

Auch in der Schweiz wird die Situation älterer Personen vermehrt diskutiert. So hat beispielsweise der Bundesrat im Jahr 2007 in einem Bericht die Situation älterer Menschen untersucht und dabei teilweise auch den Schutz der Menschenrechte älterer Personen beurteilt. Gestützt darauf hat er eine Strategie für seine Alterspolitik festgelegt.

Menschenrechtssituation älterer Personen: Spannungsfelder

Die internationalen Gremien haben verschiedene Bereiche identifiziert, in denen die grössten Herausforderungen für einen besseren Menschenrechtsschutz von älteren Menschen bestehen. Die Problemfelder betreffen u.a. die Benachteiligung von älteren Menschen in verschiedenen Lebensbereichen sowie die Frage nach der Freiheit älterer Menschen, über Themen wie ihre Unterbringung, ihre medizinische Versorgung und ihr Sozialleben selbständig zu entscheiden. Ein weiteres zentrales Thema ist die physische und psychische Gewalt gegenüber älteren Menschen in Pflegeinstitutionen, aber auch durch Angehörige. Auf internationaler Ebene wird gefordert, diese und weitere Bereiche aus einer menschenrechtlichen Perspektive auf nationaler Ebene vertieft zu untersuchen.

Auch in der Schweiz befinden sich viele ältere Menschen in verletzlichen Lebenslagen und sie sind von Benachteiligung betroffen, namentlich bei der Arbeitssuche, beim Abschluss einer Versicherung oder im Pflegefall. Solche altersspezifischen Benachteiligungen sowie andere Menschenrechtsverletzungen, beispielsweise Gewalt gegen Ältere oder das Armutsrisiko im Alter, werden aber oft nicht in ihrer menschenrechtlichen Dimension erkannt.

Ziele des Teilprojektes

Das Ziel dieses ersten Teilprojektes innerhalb des Schwerpunktes "Rechte besonders verletzlicher Gruppen in der Praxis" ist die Identifikation von Lebenssituationen, welche für die Inanspruchnahme und Durchsetzung der Menschenrechte älterer Personen in der Schweiz besonders relevant sind. Im Zuge dessen soll auch ein Überblick geschaffen werden über Akteure, die in der Alterspolitik aktiv sind, sowie über laufende Prozesse und Bemühungen in der Schweiz, die für die Menschenrechtssituation älterer Menschen potenziell relevant sind. Die Ergebnisse sollen in einer Vorstudie zusammengetragen und im Herbst 2016 mit interessierten Akteuren diskutiert werden. Die Ergebnisse dieses Teilprojektes dienen schliesslich der Erarbeitung praxisorientierter Sensibilisierungsinstrumente im Rahmen eines kommenden Teilprojektes.

Informationen zum Teilprojekt

Materialien

Veranstaltung

Die Podiumsdiskussion "Menschenrechte älterer Personen in der Schweiz" fand am Montag 7. November 2016 in Bern statt.